Sony Gammakurven leicht gemacht

In den Sony Kameras finden wir immer diverse Einstellmöglichkeiten für Gammakurven. Sony zieht hier den roten Faden quer durch alle Kameras der professionellen Linie. Sei es eine PDW ENG Kamera oder die neue Sony PXW-FS7, immer sind die selben Kurven auswählbar. Doch was kann denn welche Kurve?
Hier ein Überblick:

Sony unterscheidet drei Kategorien je nach Anwendungsgebiet:

  • Standart
  • Hypergamma
  • S-Log

Im folgenden werden die einzelnen Kategorien und die dazugehörigen Kurven etwas beschrieben:

 

Standart Gamma:
Gut geeignet für „TV Safe“ Bilder direkt aus der Kamera. Schwarz bei 0% und Highlights bei 100%. Nicht ideal für nachträgliche Bearbeitung.

  • STD1 Gammatabelle im SD Kamera Bereich z.B. der DVW Reihe
  • STD2 Gammatabelle mit Faktor 4,5 (irgendwo zwischen STD1 und STD3)
  • STD3 Gammatabelle mit Faktor 3,5
  • STD4 Gammatabelle für Standart SMTP 240M
  • STD5 Gammatabelle für REC709 (meist eingesetzter Bereich für HDTV Standart)
  • STD6 Gammatabelle mit Faktor 5

 

Hyper Gamma:
Es gibt sechs Hypergammas. Einige sind optimiert für „TV Safe“ mit clipping bei 100% (HG1 und HD2). Andere sind eher für den Filmischen Look gemacht und clippen erst bei 109% (HG 3 und HG8). Von diesen beiden Möglichkeiten gibt es dann je noch eine die optimiert für Highlight oder eben Lowlight Situationen.

  • HG1 3250G36 Gute Lowlight Kurve, helle Mitteltöne, Clip bei 100% (TV Safe), 325% Umwandlung in 100%
  • HG2 4600G30 Wenn mehr Dynamik gefragt ist, Clip aber bei 100% (TV Safe), 460% Umwandlung in 100%
  • HG3 3259G40 Gute Lowlight Kurve, helle Mitteltöne, Clip bei 109%, 325% Umwandlung in 109%
  • HG4 4609G33 Wenn mehr Dynamik gefragt ist, Clip bei 109%, 460% Umwandlung in 109%
  • HG7 8009G40 800% Dynamikumfang, Gute Lowlight Kurve, helle Mitteltöne, Clip bei 109%
  • HG8 8009G33 800% Dynamikumfang, Wenn mehr Dynamik gefragt ist, Clip bei 109%

So kann man die Hypergamma Bezeichnungen aufschlüsseln: Beispiel „8009G33“ bedeutet:

  • 800 heisst 800% Belichtungsumfang wird aufgezeichnet
  • 9 bedeutet Clip bei 109%, das heisst 9% mehr Belichtungsumfang. 0 clipt bei 100%
  • G33 bedeutet man soll eine 18% Graukarte mit 33% auf dem Waveform belichten.

 

S-Log Kurven:
Dieses Kurven zeichnen das maximum des Sensors direkt auf und haben einen Dynamikumfang von 1300%. Es besteht eine Gefahr der Überbelichtung wenn man sich nicht an einige Regeln hält. Im Gegensatz von z.B. REC709 mit 7 Blenden haben die S-Log Kurven 14 Blenden Belichtungsumfang.

  • S-Log 2 Eine 18% Graukarte ist mit 32% Waveform ideal belichgtet
  • S-Log 3 Eine 18% Graukarte ist mit 40% Waveform ideal belichgtet

S-Log 2 gilt als die „flachste“ Möglichkeit, Bilder aufzuzeichnen. S-Log3 hingegen kommt eher an den analogen Film und wird etwas heller belichtet. Dieses Kurve wird auch als sehr ähnlich wie die Log-C Kurve der Arri Alexa eingestuft und soll gegenüber der S-Log2 Kurve vor allem in den Mitteltönen mehr Umfang aufweisen.

Als allgemeine Faustregel für schnelle Entscheidungen

  • ich habe keine Zeit für ein Colorgrading: Standart STD5 bringt ein fertiges Bild aus der Kamera
  • nach dem Schnitt wird der Cutter noch etwas an der Farbe drehen: Hyper Gamma HG4 oder HG7 reichen aus
  • nach dem Schnitt wird ein Colorgrading von einem Colorartist gemacht: zwingend S-Log nötig!

Ich habe kürzlich für einen Dreh eine Sony PMW-500 und zwei PMW-F5 gemischt. Da der Dreh eher im Lowlight Bereich stattgefunden hat, habe ich alle Kameras mit HG3 eingestellt, da kein grosses Grading geplant war. Obwohl die PMW-500 doch einen recht anderen Sensor hat als die PMW-F5, haben die Bilder „out of the Cam“ recht genau auf einander gepasst!

Eine sehr grosse Abhandlung in Englisch gibts hier: Link zu DVInfo

farbtafel

 

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