Canon C300 und das Metadaten Spiel

Bereits ja schon seit einiger Zeit gut am Markt vertreten ist die Canon C300. Leicht, klein und mit ein paar EF-Linsen sind alle gewünschten Brennweiten im Rucksack dabei. Gibt es mal Ärger mit Speicherkarten oder Lesern, ist das nächste Fotogeschäft meist grad um die Ecke und kann mit CF-Karten usw. problemlos aushelfen.
Aus diesen Gründen werden diese Kameras immer wieder auch für längere Reisen ins Ausland gerne ausgewählt.

Neulich wurde ich von einem Journalisten diesbezüglich mit folgendem Problem konfrontiert:
Eine Reise nach Indien mit dem Ziel, gewisse Geschehnisse dort mit der C300 in einem Dokumentarfilm fest zu halten. Die langen Reise- und Wartezeiten möchte der Journalist nun nutzen, um das gedrehte Material zu sichten und auch bereits eine Vorauswahl und Kommentare in das Footage einfliessen zu lassen.
Die Frage ist nun, wie am besten?

Vorhanden ist ein Notebook zwei Festplatten und ein Kartenleser. Keine Option ist im Finder die Files umbenennen, das gibt beim Import später hässlich Ärger!
Transcodieren der Daten z.B. in ProRes, würde das umbenennen zwar erlauben, aber frisst Zeit, und Ressourcen auf der Festplatte. Auch nicht so toll. Da wir noch nicht wissen welches Schnittprogramm später zum Einsatz kommt, ist auch die Option eines vorab angelegten Projekts nur so eine halb befriedigende Lösung. Auch wenn das bekannt währe, eine Lizenz für das Programm ist dann noch eine andere Sache für unterwegs am kleinen 13″ oder 15″ Notebook.

Eine solide und einfache Lösung des Problems kann das mit der Kamera gelieferte Canon XF Utility Programm sein.
Es ist auch für den täglichen Kopiervorgang ein gutes Tool, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirklich eine logische Sache ist. Meiner Meinung nach lohnt es sich vor der Reise, das Programm etwas zu studieren und schon hat mein gutes Tool für unterwegs… erst noch gratis.

Kopiervorgang:

Bildschirmfoto 2015-02-10 um 19.43.12

Links im Fenster zu sehen: „CANON XF“ ist meine Speicherkarte und „Kameratest“ mein „virtuell angelegtes Speichermedium“ (Canon meint damit die Zielfestplatte für die Kopie).

  1. zuerst muss ein „virtuelles Speichermedium“ angelegt werden…
  2. beim Anlegen muss dann ein Name für den Zielordner innerhalb des Mediums angegeben werden – dieser Ordner wird dann erstellt
  3. beim dem Kopiervorgang wird dann innerhalb des Ordners der eigene Systemordner „CONTENTS“ angelegt. Innerhalb dieser Struktur NIE etwas ändern!
    Auch der Name Contents MUSS erhalten bleiben… sonst gibts Ärger !!!
  4. Der Kopiervorgang startet man nun in dem man die CANON Karte anwählt und via Drag&Drop die Clips ins Zielmedium zieht… ganz einfach.
  5. falls der Vorgang nicht sauber läuft… erscheint eine Fehlermeldung
  6. Es können mehrere parallele Zielmedien erstellt werden… virtuelle Medien sind gemeint! 😉

 

Sichtung / Beschriftung:

Bildschirmfoto 2015-02-10 um 20.02.47Es empfiehlt sich dann die Speicherkarte zu entfernen und sich für die Sichtung/Beschriftung auf ein „Medium“ (Kopie) zu beschränken. Voraussetzung für die ganze Übung ist meines Erachtens die Möglichkeit, entweder das Medium und auch das Notebook für den Schnitt später zur Verfügung zu haben, oder das richtige Schnittprogramm zu währen (dazu später mehr). Die Idee ist es, ein Medium als Backup für das Footage zu haben, und das andere als „Arbeitsmedium“ für die Sichtung zu nutzen.

Relaitv simpel kann nun im Viewer jeder Clip angeschaut werden. Ebenfalls können dort Marker an guten Stellen gesetzt werden. Ist der Clip gesehen, öffne ich mit einem Rechtsklick auf dem Clip dessen „Clipeigenschaften….“ und editiere nun alle fett dargestellten Felder mit den nötigen Infos. Status, Titel, usw…

Vereinfachung:

Um diese Felder beim Drehen durch die Kamera automatisch mit einem vorgegebenen Text zu füllen, kann die Funktion „User-Memo Profile“ (Nutzermemoprofil) im XF Utility Programm genutzt werden. Dazu ist eine SD Speicherkarte nötig.

  1. SD Speicherkarte in der Kamera formatieren
  2. Karte dann mit den Notebook verbinden
  3. Im XF Utility „Datei“ -> „Nutzermemoprofil verwalten…“ wählen
  4. Hier erscheinen nun die bekannten Felder aus den „Clipeigenschaften…“ von vorhin…
  5. die gewünschten Infos dort eintragen (macht z.B. bei jeder neuen Location Sinn)
  6. Hacken oben „Nur Karte“ anwählen und meine SD Speicherkarte auswählen
  7. Memoprofil auf Karte abspeichern…
  8. SD Karte in Kamera einsetzen
  9. In der Kamera unter „Other Functions“ (Werkzeug Symbol) -> „Set Metadata“ wählen
  10. dann „User Memo“ anwählen und dort ist nun das vorher gespeicherte Profil vorhanden
  11. es sind auch die eingetragenen Infos sichtbar… via SET Knopf bestätigen… fertig.

Alle nun aufgezeichneten Clips (funktioniert nur mit eingesetzter SD Karte) werden nun in den Metadaten mit unseren eigenen Einträgen ergänzt. Sie müssen also später beim Sichten nicht von Hand eingetragen werden (evtl. etwas editieren mach ja Sinn).

Später am Schnittplatz:

Bringe ich nun zum Schnitt mein „Arbeitsmedium“ und den Notebook mit, kann ich relativ schnell mit der Suchfunktion des XF Utility, die gewünschten Clips wieder finden und dem Cutter die nötigen Angaben (Clipname) nennen welche die gesuchten Aufnahmen beinhalten. Im Suchfeld oben rechts können dann alle unsere editierbaren Felder wieder angewählt werden. Es ist also möglich nach unseren Infos die Clips zu filtern. Innerhalb der Clips kann ich dann über die „Mark List“ (Button unten neben dem Viewer) auch alle meine gesetzen Marker schnell wieder finden.

Bildschirmfoto 2015-02-10 um 18.53.37

 

Beim Import der Daten in die Schnittprogramme habe ich teilweise ebenfalls die Möglichkeit diese Info wieder zu finden.

Apple Finalcut Pro X: hier habe ich nur einzelne Felder gesehen aber leider nicht alle
Adobe Premiere Pro CC 2014: Hier sind in den Metadaten alle Felder sammt dem „Status“ sichtbar (OK) Feld = „Gut“

Wenn das verwendete Schnittprogramm also diese Metadaten vollständig versteht, ist es natürlich auch nicht unbedingt nötig separat mit dem XF Utility die Daten zu filtern… das kann ja dann im Schnittprogramm direkt gemacht werden. Vielleicht ist es aber trotzdem einfachar… aber das ist dann wieder Geschmacksache!

Download: Canon XF Utility
Innerhalb des Programms unter „Hilfe“ ist übrigens ein sehr gutes PDF Manual für die Software enthalten!

Viel Erfolg beim Test und weiterhin einen guten Dreh!

 

 

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