Sony Cine EI – so geht’s !

Sony Cine EI so gehts

Bereits mit der Sony PMW-F5/55 wurde die Diskussion um die verschiednen Betriebsmodi (Custom und Cine-EI) entfacht. Jetzt, seit die PXW-FS7 in aller Munde ist, kommt die Frage immer wieder… welcher Modus ist nun für was und wie belichte ich?

Vorab, das Thema wir auch in Sony’s eigenem Form rauf und runter diskutiert und Alister Chapman hat auch schon länger gute Abhandlungen zu diesem Thema verfasst. Allerdings sind all diese Infos immer sehr ausführlich und wer alles darüber wissen will, bediene sich am besten auf Alister’s Site. Ich versuche hier die Problematik etwas kurz und simpel zu erklähren.

 

Zwei Betriebsmodi – massive Unterschiede

Die neueren Sony Geräte (F5/F55/F65 und FS7) unterscheiden zwei grundsätzliche Betriebsarten die hier angewählt werden können:

System -> Base Setting -> Shooting Mode

Zur Auswahl stehen „Custom“ und „CineEI“ wobei EI für „Exposure Index“ steht. Schnell fällt auf dass im „Custom Mode“ der nächste Menuepunkt „Color Space“ fix auf „Matrix“ steht während im „CineEI Mode“ diverse Farbräume von Sony angewählt werden können.

Die Grössten Unterschiede der Beiden Modi sind:

  • Qualität der Farben
    Im CineEI Mode können S-Gamut, S-Gamut3 und S-Gamut.cine in Kombination mit Slog2 und Slog3 angewählt werden. Die neueren S-Gamut Farbräume sind in Grün und Blau gegenüber älteren Sony Farbräumen massiv verbessert worden. Im Custom Modus bedient man sich also eher Sony typischen Farben (wer kennt nicht den Sony Look?) während im CineEI Mode die Farben optimiert sind.
  • Dynamik Umfang
    Im CineEI Mode wird immer der maximale Umfang von 14 Blenden aufgezeichnet – Egal wie der ISO/Gain Wert eingestellt ist. Im Custom Mode kann ebenfalls mit Slog gedreht werden, der Dynamik Umfang wird aber reduziert sobald die Standart ISO2000 verlassen werden.
  • LUT Funktion
    Im Custom Mode ist es nicht möglich mit LUT’s zu arbeiten. Im CineEI Mode sind sie dafür sehr wichtig (mehr dazu weiter unten in diesem Bericht).
  • What you see is what you get
    Im Custom Mode zeichnet man auf was im Sucher dargestellt wird. Die Bilder können im Paint Menue mit allen bekannten Sony Werkzeugen (Matrix, Knee, Gamma, Black… usw.) bearbeitet werden. Im CineEI sind all diese Wekrzeuge deaktiviert da mit einer kleinen Ausnahme immer ein Slog mit 14 Blenden aufgezeichnet wird. Die kleine Ausnahme wird unten beschrieben.
  • Custom wird eher für fixfertige Bilder brauchbar sein während Bilder mit CineEI in der Postprodution bearbeitet werden müssen.

 

Eigenheiten von Modus: Custom

Stichwortartig werden hier ein paar Eigenheiten im Custom Modus erwähnt. Grundsätzlich kann auch in diesem Modus das Gamma auf „Slog2 oder Slog3“ gelegt werden. Dies ist aber nicht wirklich zu empfehlen da beim ändern der nativen Empfindlichkeit von ISO2000 der Dynamikumfang reduziert wird und wie oben bereits erwähnt die Farbräume eher älteren Datums entsprechen. Wer mit Slog drehen möchte, dem sei der CineEI Modus empfohlen.

  • Was im Sucher ist, ist auch auf der Karte
  • Keine LUT Funtkion
  • Gamma, Knee, Black, Matrix aktiv
  • Typischer Sony Look bezüglich der Farben
  • Veränderung der nativen Empfindlichkeit ändert Dynamikumfang der Bilder
  • Automatischer Weissabgleich möglich
  • Waveform im Sucher und an Ausgängen möglich

 

Eigenheiten von Modus: CineEI

Der CineEI Modus eigent sich eher für Bilder die später in die Postprodukion kommen. Im Grunde ist es möglich auch in diesem Modus z.B. direkt REC709 Bilder aufzuzeichnen (LUT anlegen auf „SDI1 & Internal“) wobei aber meist doch Slog2 oder 3 gewollt ist. Die LUT sollen aber helfen die Bilder richtig zu Belichten. Darum sind sie ein wichtiges Hilfsmittel im CineEI Modus. Siehe dazu Erklährung weiter unten.

  • Postproduktion nötig da Slog Bilder Flau und Grau sind
  • 14 Blenden Dynamk – egal wie die ISO Einstellungen sind
  • ISO Einstellungen ändern nichts an der Aufzeichnung (immer ISO 2000 mit 14 Blenden)
  • LUT Funkion möglich und Hilfsmittel zur richtigen Belichtung
  • S-Gammut Farbräume aktiv
  • das Paint Menue ist nicht aktiv
  • Waveform mit Vorsicht einsetzen (sobald LUT = On wird das LUT-Bild gemessen) !
  • Weiss nur via Preset möglich (keine Autofunktion)

Um im CineEI Mode das Bild richtig zu belichten, muss man die Idee dahinter verstehen. Das ist nicht sehr schwer aber etwas ungewohnt. Im Grunde geht es darum je nach Motiv und Licht die 14 Blenden richtig zu nutzen. Helle Motive dunkler Belichten, dunkle Motive heller belichten. Das hilft vor allem auch das Rauschen in den dunklen Bereichen zu reduzieren und holt das Optimum für die Nachbearbeitung heraus. Das Waveform funktioniert in diesem Modus nur wenn entweder alle LUT aus oder alle LUT eingeschatet sind. Da man aber ja am internen Bild das LUT nicht aktiv haben will, lässt sich das Waveform am LUT eigentlich momentan nicht wirklich nutzen.

Speziell an diesem Modus ist die Einstellung der ISO. Diese hat nur Einfluss auf das LUT Bild im Sucher oder an den Ausgängen. Nicht aber auf die Aufzeichnung. Die Info „… / 5.7E“ hinter der ISO gibt an wieviele Blenden über der Mitte zeichnen. Tiefe ISO (z.B. 800/4.7E) haben also nur 4,7 Blenden Spielraum oberhalb der Idealbelichtung. Unterhalb dafür 9.3 Blenden.

Ein gängiger Weg das Slog im CineEI Modus richtig zu belichten ist, im Sucher das LUT einzuschalten (Rec709 800% empfohlen). Das sichtbare Bild ist nun bunt und hat natürlich nicht mehr die vollen 14 Blenden sichtbar. Wer nun die ISO verstellt, merkt sofort dass diese im Bild des Suchers Einfluss haben – nicht aber auf das Aufzeichnung! Reduziert man nun also z.B. bei einem dunklen Motiv den „Exposure Index“ auf die oben genannten „ISO800/4.7E“ wird das Bild im Sucher dünkler und als Resultat werden wir die Blende etwas öffnen damit es  richtig aussieht. Ebenfalls wird die Slog Aufzeichnung heller belichtet und die dunklen Details sind besser sichtbar. Ebenfalls werden sie weniger rauschen. Umgekehrt geht das mit hohen Indexen natürlich auch für helle Motive.

Gut zu wissen: 1 Blende = 6dB = verdoppeln/halbieren der ISO (Licht)

Es ist etwas ungewohnt dem einfach so zu vertrauen. Im Grunde kann man aber davon ausgehen dass das Slog Bild unter diesen Umständen nie wirklich an den Anschlag kommt solange das Licht einigermassen normal ist. Natürlich lohnt es sich in extremen Situationen das Slog via Wavefrom (alle LUT ausschalten) zu kontrollieren.

Um im Sucher trotz LUT alle High- und Lowlights sehen zu können, kann man sich die Funktion „High-/Lowkey“ auf einen freien Knopf legen. Man kann dann damit das Sucherbild so dunkel schalten dass man alle Highlights sieht die noch zeichnen und beim weiter schalten dann so hell machen dass alle Lowlights der Aufzeichnung sichtbar werden. Das kann eine gute Hilfe sein um das Slog Bild zu beurteilen ohne es zu sehen.

 

Stolpersteine:

  • Es ist möglich im LUT Menue den Ausgang „SDI1 & Internal“ ebenfalls mit einem LUT zu belegen. Das bedeutet dann dass auch das aufgezeichnete Bild nicht mehr als Slog abgespeichert wird. Hier also vorsichtig sein !!!
  • Das Waveform geht nur wenn alle LUT ON oder OFF sind (ON will man nicht das sonst auch das interne Recording betroffen ist)
  • Am HDMI Ausgang kriegt man das LUT raus wenn man den SDI2 mit dem LUT belegt. Der HDMI ist direkt nicht anwählbar.
  • Noise Reduction Funktion sollte man ausschalten da mit einer guten Belichtung die Bilder sauberer werden.

 

Als Quelle für diesen Artikel haben mir vor allem das Dokument „Ultimate Guide to Cine EI on the PXW-FS7“ geholfen welches von Alister Chapman verfasst wurde. Ein Blick auf seine Site www.xdcam-user.com ist immer zu empfehlen, vorallem wenn es um Sony geht!

 

 

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