Der Test: Canon C300 Mark II

C300MII

Mittlerweile beginnt Canon überall mit der Auslieferung der neuen C300 Mark II und darum ist es an der Zeit das Gerät doch noch etwas genauer anzuschauen!
Da wohl die meisten schon mit dem Vorgänger Modell gearbeitet haben (die Kamera ist sehr gut verbreitet überall) ist dieser Test als Vergleich zwischen den beiden Geräten ausgelegt. So kann die eigene Erfahrung vielleicht etwas helfen die Vorzüge der neuen Mark II zu verstehen.

Das Gehäuse und Bauweise

Canon hält, wie jedes Bild ja zeigt, grundsätzlich an ihrer Philosophie der Handheld Kamera C300 fest. Man muss schon etwas genauer hin sehen um überhaupt einen Unterschied zur C300 der ersten Generation zu erkennen. Beginnt man aber mit der Mark II zu arbeiten, stellt man doch einige Änderungen fest.

Bildschirmfoto 2015-10-04 um 13.59.40Der Handgriff ist nun dank einem zusätzlichen Bauteil massiv stabiler an der Kamera montiert. Das Gewicht zusammen mit dem Monitor und den Tonanschlüssen ist also nun an diesem Montagepunkt im Gegensatz zum Vorgänger Modell kein Problem mehr. Allerdings wurde die Montage des Monitors nicht verändert, so dass wohl auch bei diesem Modell die Tonanschlüsse irgendwann langsam Richtung rechts davon kippen.

Generell wirkt das Gehäuse und die Bedienteile (Knöpfe, Räder, usw.) etwas hochwertiger als bei der ersten C300. Ebenfalls soll die Elektronik und der Sensor sehr gut in ein durchdachtes Gehäuse eingebaut sein, so dass alles sehr gut gegen äussere Einflüsse geschützt ist. Die Aufnahme der Linse (EF oder PL Mount) ist massiv verstärk worden so dass sie auch grösseren Linsen mit Zubehör gewachsen ist. Überall am Gehäuse wurden zudem Gewinde zur Befestigung von Zubehör angebracht.

Die C300MII ist minim grösser als ihr Vorgänger (siehe Bild) und wiegt aber mit dem neuen Akku stolze 600g mehr! Wenn man die angedachte Arbeitsweise (Handheld ohne Schulterrig) berücksichtigt, ist das doch sehr viel mehr Gewicht das man in den Händen hat.

Schön ist, das nun die Verbindung zum Monitor mit zwei frei montierbaren Kabel gelöst ist. Diese sind sowohl am Monitor wie auch an der Kamera de-/montierbar und sind sogar in verschiedenen längen verfügbar. Einzig schade ist dass diese Kabel nun doch recht markant seitlich heraus ragen. Ein Kabel ist für Bild, das andere für Ton. Diese sind nun klar gekennzeichnet.

Bildschirmfoto 2015-10-04 um 13.36.26
Grössenvergleich der beiden Modelle C300 und C300 Mark II.

 

Bedienung der Kamera

Ein ganz grosses Plus der C300 MII ist, dass die Kamera an sich noch die selbe ist wie bekannt. Wer also mit der C300 schon gearbeitet hat, kann eigentlich auch mit der Mark II sorfort los legen. Einzig sind die Knöpfe auf der linken Seite etwas neu belegt worden, so dass nun dort die wichtigsten Funktionen ohne Menü erreicht werden können.

Die Knöpfe „Info“, „Status“ und „Custom Picture“ sind nun neu mit „ISO“, „Shutter“ und „Frame Rate“ belegt. Eine Gute Entscheidung. Der „Start/Stop“ sowie die Display Beleuchtung sind von hinten auf die linke Seite gewandert, dafür hat es nun neu ein „Joystick“ für die Menuebedienung neben dem Display.

Das Menue

WBildschirmfoto 2015-10-04 um 14.28.56esentlich mehr Neuigkeiten findet man im Menue der C300MII.
Im Groben sind die bekannten Funktionen zwar immer noch am selben Ort, aber es gibt vorallem dank den neuen Aufzeichnungsformaten einige neue Punkte.

Der wichtigste, neue Punkt „Recording/Media Setup“ beinhaltet nun die wichtigsten Einstellungen welche vorher verteilt über das ganze Menue gesucht werden mussten.

Alle anderen Punkte sind mehr oder weniger noch am selben Ort und für den Test wurde alles ohne Manual innerhalb der nützlichen Frist gefunden.

 

 

 

 

 

 

Aufzeichnungsformate und Bildqualität

Die wohl grösste Neuigkeit wird bei den verschiednen Auflösungen und Sampling Raten sichtbar. 4K, UHD, 2K und HD sind alle vorhanden und das nun auch in 10 und 12 Bit Farbsampling… Danke Canon!

Ebenfalls sind einige neue Canon Log Profile vorhanden. Vor allem das „Canon Log2“ soll offenbar bis zu 15 Blenden Dynamik aus der Kamera kitzeln und diese Kurve ist erst noch für diverse Farbräume wie 709, 2020 oder C.Gamut vorhanden.

Leider blieb keine Zeit das Bild auch seine wirklichen Grenzen auszuloten aber es fällt eigentlich beim drehen sofort auf dass die Bilder nun flacher sind mit dem Canon Log2 und überraschend wenig Rauschen generieren.

Punkto Bildqualität und ist gegenüber der ersten C300 ein grosser Schritt gelungen!

Mit dem neuen XF-AVC Codec sind ausserdem in 4:2:2 HD und 2K bis 120 fps möglich. Gegenüber der ersten C300 ist das doch schon recht ordentlich. Allerdings sind z.B. bei 4K oder 4:4:4 Qualität keine Hispeed Varianten möglich.

Hier ein Printscreen mit ISO8000 – unbearbeitet. Die Box stand nahezu im Dunkeln – eine kleine Lichtquelle dringt vom Fenster durch den Vorhang von rechts.

Bildschirmfoto 2015-10-04 um 15.39.15

Vergleich der beiden Log Kurven (Canon Log mit C300 – Canon Log2 mit C300 Mark II) ohne Bearbeitung.

vergleichC300log

 

Diverse kleine Verbesserungen

Wie bereits erwähnt, gleicht die MarkII an vielen Orten sehr stark der ersten Version. Nebst den grossen Neuigkeiten gemäss Beschrieb oben, findet man aber auch noch ein paar kleine, nette Features wenn man mit der Lupe sucht:

  • eingebautes Mikrophon zeichnet nun auch Ton auf ohne dass ein Kameramic montiert werden muss
  • Dual Pixel Autofokus funktioniert überraschend gut und schnell – obwohl der Profi dies wohl auch in Zukunft nicht anwenden wird. Kann aber an und an doch nützlich sein und bei einem Test lohnt es sich sicher diesem Feature etwas Aufmerksamkeit zu widmen. Diesbezüglich hat die C300MII keine Konkurrenz!
  • ND Filter sind nun in zwei Rädern eingebaut und mit diversen Kombination sind 6 Stufen bis 10 Blenden Reduktion möglich
  • Es ist eine separate Audioeinheit zur Kamera erhältlich welche nur die Toneingänge abdeckt aber keinen Monitor hat. Dies ist sicher sehr hilfreich wenn man sein eigenes Display verwenden möchte oder nur mit dem Sucher arbeitet.
  • Via Canon Repair Center kann der Mount auch auf PL Mount umgerüstet werden – und immer wieder erwähnenswert: mit EF Mount bietet Canon über 90 Linsen an die passen!

 

Fazit und weitere Infos

Wer die C300 gut kennt oder sogar besitzt, und vor allem für TV und Web Inhalte produziert, wird mit der C300 MarkII nur geringfügig bessere Resultate erzielen. In diesem Fall muss man sich gut überlegen ob der doch recht stolze Preis von etwas über Euro 15’000.- gerechtfertigt ist oder man sie doch zu mietet wenn es mal wirklich nötig sein sollte!

Sicher ein massiver Schritt nach Vorne macht die Kamera für alle Inhalte welche ein ernsthaftes Colorgrading erhalten und deren Ziel grossflächige Medien wie Kino usw. sind. Dort zeigte die erste Version der C300 mit nur 8-Bit Farbsampling ab und an doch ihre Grenzen auf. Das dürfte mit der neuen MarkII aber nun defintiv Geschichte sein.

Aus diesen Gründen darf man ruhig auch behaupten dass die Mark II die erste Version nicht ersetzt, sondern diese im hochwertigen Bereich eher ergänzt. Ganz klar hat die Kamera eine harte Konkurrenz in Bezug auf Preis und Leistung und es wird wohl eher auch eine Geschmacksache sein ob man sich nun für ein Projekt für die Canon oder ein anderes Fabrikat entscheidet.

Entgegen vieler Stimmen hatte sich auch die erste Variante der C300 in unseren Breitengraden sehr gut bewährt und wer klein, leicht und hochwertig durch die Welt reisen will, wird an der C300 Mark II sicher seine Freude haben.

Link zum Hersteller und Technische Daten: Canon C300 Mark II

Für diesen Beitrag wurde uns eine Kamera von Canon Schweiz zur Verfügung gestellt.
Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Unterstützung!

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