Mit Canon eine Nacht im Wald.

TitelCanonLL

Mittlerweile verfügbar von Canon ist die ME20F-SH LowLight EF Kamera.
Die Kamera ist ein relativ schlichter Würfel mit EF Mount Anschluss und verspricht eine Empfindlichkeit von bis zu 4 Millionen ISO. Grund genug das Gerät einzupacken und damit in eine nicht wirklich Lichtverseuchte Umgebung zu fahren um zu sehen was dieses Lowlight Wunder „sieht“.

Da in der Testnacht überall Schnee lag, konnten wir einige Bilder mit dem Schnee als „Aufheller“ in der Nacht machen, für die ganz dunklen Schüsse mussten wir aber tief in den dunkeln Tannenwald vordringen, bei übrigens ungefähr 10 Grad unter Null.

Bildschirmfoto 2016-02-23 um 16.27.35

Einige Facts zur Kamera selber:

  • 35mm Vollformat CMOS Sensor
  • EF-Mount Objektivanschluss mit Positivlock System
  • 2xND und IR Block Filter eingebaut (vie Motor zuschaltbar)
  • 4x Gammakurven inkl. Canon LogC
  • HDMI und 3G-SDI Out Anschluss
  • Stromversorgung 11-17 VDC mit ca. 12W Leistung
  • Abmessungen: 102 x 116 x 113mm
  • Gewicht: 1,1 kg
  • Kein Internes Recording (externe Aufzeichnung via HDMI oder SDI nötig)
  • bis 75dB Verstärkung was ca. 4 Millionen ISO entspricht

Wir haben für unseren Test einen Sounddevices Pix240 als Recorder benutzt. Die neuen Pix E5 oder E7 oder z.B. auch der Blackmagic Videoassist wären aber als Onboardmonitor ebenfalls ideale Recorder für diese Kamera. Die Kamera haben wir via der Fernbedienung RC-V100 gesteuert um etwas schneller (und vor allem auch mit Handschuhen) arbeiten zu können. Nötig ist diese aber nicht unbedingt.

Bildschirmfoto 2016-02-23 um 18.30.02

Vincent Auriau von Canon Schweiz AG wohlbemerkt ohne Handschuhe am arbeiten! Herzlichen Dank an dieser Stelle für den Test.

 

Testbilder

Wie erwähnt haben wir eine Location am Waldrand mit Schnee und etwas Licht vom Mond sowie entfernter Agomeration gewählt. Ein erster Dreh hat dann schnell gezeigt dass dies für einen richtigen Test schon fast zu viel Licht war.

Bildschirmfoto 2016-02-23 um 18.35.50

Ein akzeptables Bild bezüglich Rauschen mit 24dB bringt bereits mehr als das blosse Auge erkennt.

Bildschirmfoto 2016-02-23 um 18.38.05

Das selbe Bild „taghell“ mit 36dB und einem Rauschverhalten dass immer noch gut korrigiert werden kann in der Postproduktion.

Das selbe Motiv mit der stärkst möglichen Verstärkung bringt schon fast surreale Bilder hervor!
Bildschirmfoto 2016-03-17 um 21.46.34

Vielleicht für den gestalterischen Filmer nicht mehr ganz so interesant, können solche Bilder aber für die Überwachung oder Beobachtung (Tierfilm, Forschung, usw.) sehr spannend sein!

 

Ein nächstes Motiv haben wir in der dunkelsten Ecke des Waldes gesucht. Nur noch wenig Mondlicht ist dort hin durchgedrungen. Die somit einzige Lichtquelle in diesem Bild ist eine Teekerze in der Hand des Protagonisten. Wir haben mit 42dB Verstärkung festgestellt dass dort weniger Rauschen generiert wird als z.B. eine Stufe tiefer bei 36dB.

Bildschirmfoto 2016-03-17 um 21.35.54

Bei Absoluter Dunkelheit mit Teekerze und maximaler Verstärkung ist dann das Limit der Kamera erreicht. Wo kein Licht ist, gibt es auch nichts zu verstärken! Das minim durchdringende Mondlicht wird aber auf dem Schnee wieder sichtbar.
Bildschirmfoto 2016-03-17 um 21.45.33

 

Die Kamera kann auch in einem Infrarot Modus betrieben werden. Die Farben werden dann natürlich nicht mehr ganz so echt dargestellt aber für den extremen Lowlight Test liefert die Kamera verblüffende Resultate!
Bildschirmfoto 2016-03-17 um 21.43.50

Dieses Bild (oben) wurde bei absoluter Dunkelheit mit nur einer kleinen Teekerze aufgehellt. Das IR Licht ist mit 42dB fast ohne Rauschen verstärkt. Das blosse Auge in dieser Situation nur noch einen kleinen hellen Punkt in der Dunkelheit.

Bildschirmfoto 2016-03-17 um 21.45.01

Überbelichtete IR Aufnahmen (Teekerze nahe an der Kamera) produzieren Flairs und Effekte die seines Gleichen suchen… eine lustige Spielerei zum Schluss.

Fazit

Einen ganzen Film mit normalen Verhältnissen wird man mit der Canon ME-20F SH Kamera wohl nur selten machen. Dafür ist der Preis mit knapp 20’000 Euro doch zu hoch. Obwohl, gehen würde es. Will man aber spezielle Aufnahmen in nahezu vollkommener Dunkelheit machen, kann dieses Gerät eine gute Alternative sein. Im Grunde kann man damit in der Dunkelheit ohne zusätzliches Licht arbeiten.
Das kann für Tierfilme, unbemerkte Beobachtungen, Überwachungen, usw. sehr spannend sein und mit dem richtigen, externen Recorder sind die Bilder auch in hochwertiger Qualität verfügbar.

Hinweis: Alle Bilder sind unbearbeitete Screenshots des aufgenommenen HD-SDI Ausgangs der Kamera.

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